"Historische Schlosskirche Jahnishausen" e.V.
 

 

 

Konzerte 2003 Jahnishausen 2003

 

27. April

Männerchor Dresden-Striesen e.V.

 

25. Mai

Lesung Renate Preuß

 

31. August

Misa Latino Americana

 

28. September

Quadresax

 

24. Dezember

Heilig Abend Andacht

 

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27. April

Den Frühling herbeigesungen

Chorkonzert mit dem Männerchor Dresden-Striesen e.V.

Ankündigung

SZ 26.04.2003

Konzert

Männerchor in Frauenhand

Beginn der Benefizveranstaltungen in Jahnishausen

Nach einem langen Winter beginnt am Sonntag wieder die alljährliche Konzertsaison in der Schlosskirche in Jahnishausen. Zum Auftaktkonzert um 16 Uhr werden die Zuhörer von den Sängern des Männerchores Dresden mit dem ersten Lied "Süß' Liebe liebt den Mai" von Friedrich Silcher begrüßt. Passend zur Jahreszeit wurden für das abwechslungsreiche Programm vor allem Frühlings- und Liebeslieder, Volks- und Kunstlieder, daneben zeitgenössisches, heiteres und romantisches Liedgut ausgesucht. Die Auswahl traf Susanne Antkowiak, seit 1987 künstlerische Leiterin des Chores. Schon etwas ungewöhnlich, dass eine Frau den Männern sagt, wo's lang geht, doch der Erfolg des Chores spricht für diese Konstellation. So wurde dem Chor in Anerkennung seiner Leistungen und Verdienste zur Pflege des deutschen Volksliedes 1998 die Zelter-Plakette des Bundespräsidenten verliehen. "Mit Charme und Beharrlichkeit arbeitet Susanne Antkowiak an der Ausformung eines kulturvollen und differenzierten Chorklanges", weiß Ursula Grellmann zu berichten. Die Kantorin kennt den Chor seit Jahren, und dank der guten Kontakte konnte sie die Sänger für das Benefizkonzert gewinnen. Sie erklärt weiter: "Dem Chor gehören zur Zeit 35 Sänger im Alter von 20 bis 90 Jahren an. Das berufliche Spektrum der Männer reicht vom Handwerker bis zum Physikprofessor. Vor 12 Jahren eröffnete der Männerchor mit seinem Gesang das erste Elbhangfest in Dresden und ist seitdem in jedem Jahr dort zu hören."

Jede Menge Musik und was fürs Auge

Unterstützt von der wunderbaren Akustik im Kirchenschiff der Schlosskirche verspricht der Männergesang ein wahrer Hörgenuss zu werden. Für das Auge gibt es auch wieder was zu schauen. Der Riesaer Maler Albert Cornelius zeigt an diesem Nachmittag einen Ausschnitt seines Schaffens. Der rüstige 87-Jährige ist bekannt für seine Stillleben und Landschaftsbilder zumeist in öl und Aquarell. Mit froher Farbigkeit holt er den Frühling auf die alten Kirchenwände und belebt mit seiner Malerei die noch grauen Mauern. Aus Sympathie für das Engagement des Vereins "Historische Schloßkirche Jahnishausen e.V." hat der Künstler bereits das große Altarbild für die Kirche gestiftet. In der Pause gibt es wie immer Kaffee und Kuchen, Fettschnitten und Wein. Auch diese Einnahmen dienen neben dem Eintritt von 5 Euro der weiteren Sanierung der historisch wertvollen Kirche. Ursula Grellmann empfiehlt neben dem Konzert auch noch den lohnenswerten Sonntagsspaziergang durch den Jahnishausener Schlosspark, wo Buschwindröschen, Waldgelbstern und Lerchensporn um die Wette blühen. Die Vereinsorganisatorin gibt außerdem einen Ausblick auf die kommenden Veranstaltungen. "Wir erwarten als nächstes die Riesaer Schriftstellerin Renate Preuß zu einer Buchlesung und das "Saxsophonquartett" Dresden-Striesen zu einem Konzert im September. Im August wollen wir eine lateinamerikanische Messe mit Sommerfest durchführen

Ines Klotz

Artikel

SZ 29. 04. 2003

Jetzt muss der Lenz ja kommen: Unter der künstlerischen Leitung von Susanne Antkowiak sangen die Mitglieder des Männerchores Dresden-Striesen vor dem Portal der Schlosskirche Jahnishausen. "Süß' Liebe liebt den Mai", unter diesem Motto gaben die Männer Frühlingslieder und Weisen der Romantik von Bartholdy bis Weber zum Besten. Rund 100 Musikbegeisterte ließen sich diesen wohlklingenden Leckerbissen nicht entgehen. Die Einnahmen von 500 Euro kommen dem neuen Innenputz des Gotteshauses zugute. Am 25. Mai ist dann die Riesaer Schriftstellerin Renate Preuß in der Schlosskirche zu Gast Für sie ein Heimspiel, denn in Jahnishausen ist Preuß einst zur Schule gegangen. Diese Zeiten lässt sie Wiederaufleben und liest Geschichten aus dem Ort.

 

25. Mai

Zehn Bücher in zehn Jahren

Die Schriftstellerin Renate Preuß reflektiert Vergangenheit und Gegenwart

 

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Zu einer ganz besonderen Lesung mit musikalischer Begleitung von Christian Witecy* lädt der Förderverein der historischen Schlosskirche Jahnishausen am Sonntag, dem 25. Mai, um 16 Uhr ein. Für die zweite Benefizveranstaltung in diesem Jahr konnte die Riesaer Schriftstellerin Renate Preuß gewonnen werden.

Mit großer Freude kehrt sie an diesen Ort zurück, "wo Erinnerung und Wirklichkeit miteinander verschwimmen und Sentimentalität nicht weit ist." Gleich neben der Jahnishausener Kirche ging Renate Preuß acht Jahre zur Schule. "Da malte ich die ersten Buchstaben und probierte mich im Rechnen aus." Damals war Kindheit unbeschwert und behütet. Da wollte das Leben gelebt werden, und alles war offen. Inzwischen sieht Renate Preuß im Spiegel die Augen einer Frau über die 50 und findet darin viel Erfahrung, viel Liebe, viel Glück, aber auch Trauer, Leid und Krankheit. Hinter der Stirn formen sich die Worte wie von selbst, wollen hinaus, hinaus in die Welt zum Weitergeben. Renate Preuß hat viel zu sagen.

Einen Teil von all dem schrieb sie in den letzten zehn Jahren erfolgreich nieder. Die zehn Bücher sind ihre Kinder, sind ihr Stolz. Sie hat sich geöffnet, ohne zu fragen, was danach kommt. Sie musste in all den Jahren lernen, dass es nicht nur Wohlwollen und Verständnis gibt, sondern auch viel Dummheit, Neid und Missgunst. "Manche Menschen leben nur oberflächlich. Sie geben sich gar nicht mehr die Mühe, bestimmte Zusammenhänge zu begreifen. Immer häufiger fällt mir ein rüder Umgangston und Rücksichtslosigkeit auf. Das macht mich traurig." Das Schreiben ist für Renate Preuß auch Bewältigungsstrategie, um in schweren Zeiten mit Krankheiten umzugehen, die ihrem Körper immer wieder zusetzen.

Griechenland und eine Katze

Trotzdem vermittelt sie den Eindruck einer fast unheimlichen Kraft. Die diplomierte Bibliothekarin engagiert sich neben ihrer Arbeit im Riesaer Krankenhaus in der Patientenbibliothek genauso für Politik und Menschlichkeit. Neben Familie, Arbeit, Haus und Garten und vielen Ehrenämtern findet sie noch Zeit' zum Schreiben. Sie möchte als nächstes gern ein Buch beginnen, in dem Griechenland eine Rolle spielt. Am besten noch eine Katze dazu, denn beides liebt sie. Land und Tier sind immer wieder ein Thema in ihren Büchern.

In der Jahnishausener Kirche wird sie aus ihren Büchern lesen, vor allem Geschichten und Episoden, die sich ranken um ihre Wurzeln, hier im Jahna-, Keppritz- und Elbtalland. Sie wird sich erinnern an einen wunderschönen Abend im August des Jahres 1997 - "Aus dem Bauch heraus"- denn damals hatte ihr viertes Buch mit diesem Titel Premiere in der Schlosskirche.

Renate Preuß "wertete diesen Abend in der alten Kirche ... als ein Geschenk, das aus einer Fülle Erinnerungen, die ihre Wurzeln in Jahnishausen haben, gespeist wird."

Ines Klotz

*Der tatsächliche Pianist war an diesem Tage Andreas Gundlach aus Dresden. 

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31. August

Gebannte Blicke auf flinke Füße

Getanzte Messe in der Schlosskirche Jahnishausen

 

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Mit einer getanzten Lateinamerikanischen Messe sorgte der Verein "Historische Schlosskirche Jahnishausen e.V." am Wochenende für einen besonderen Höhepunkt beim Sommerfest. Den Auftakt gab der Leubnitzer Tanzkreis der Gemeinde Dresden-Leubnitz mit "Misa latinoamericana". In einfach aussehenden, aber schwer zu erlernenden Schrittfolgen boten die Dresdener sechs Tänze in Folge. Während des 40-minütigen Tanzens war die Kirche erfüllt von andächtigem Schweigen. Man sah die Anspannung auf den Gesichtern der Tänzer, eine Frage der Konzentration, aber auch der Andacht. "Der Tanz ist ja wie eine Gottesdienstordnung, und diese Messe hat ihren tiefen Hintergrund", erklärt Ingrid Pritsch, Leiterin des Leubnitzer Tanzkreises. Ingrid Fritsch ist auf die von Olivia Molina komponierte und arrangierte Messe durch ihre Tanzlehrerin Friedel Kloke-Eibl aufmerksam geworden. Rainer Grellmann, stellvertretender Vorsitzender vom Schlosskirchenverein, bekam beim Zusehen Gänsehaut. Die Frauen und Männer, niemand unter 35 Jahren, tanzten sehr überzeugend. Mit einer ganz eigenen Würde faszinierten sie die Zuschauer. Der 55-jährige Klaus Greim, seit der Gründung 1995 dabei, schätzt den Spaß und die Freude beim Tanzen. Ingrid Fritsch betont: "Wir sind nicht etwa alle Christen, und wir kommen auch aus den verschiedensten Berufen." Dennoch sei es ihr Wunsch, dass jemand, der nicht gläubig ist, über das Tanzen zum Glauben findet oder zumindest eine andere Einstellung zum Glauben bekommt.

Neben den bunten Röcken und Tüchern der Tanzenden erstrahlte die Jahnishausener Kirche in gemalter Vielfarbigkeit. Die großformatigen Bilder der Künstlerin Heide Genenger, Mitglied der Gemeinschaft Lebens(t)raum, schmückten und verdeckten die unverputzten Wände. Blumen, Stillleben, Schafe, Motive des Lebens und Symbole von Gemeinschaft. Nach der getanzten Messe konnte, wer Lust dazu hatte, einen Tanz-Crashkurs auf der Wiese hinter der Kirche absolvieren oder den Trommlern zuschauen und mittrommeln. Viel Spaß hatte Groß und Klein auch beim Ertasten von Gegenständen in der Blackbox bei Ruth Krause. Nach dem Spiel für die Sinne belohnten sich viele mit einer Waffel, leckerem Kuchen oder deftiger Bratwurst.

Ines Klotz

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28. September

Zwischen Kirche und Jazzkeller

Saxophonquartett "QuadreSax" aus Dresden

 

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Am letzten Sonntag war um 16,00 Uhr in der Schlosskirche Jahnishausen das Ensemble "Quadresax" aus Dresden zu hören. Zu diesem Konzert hatte der Verein "Historische Schloßkirche Jahnishausen e.V." eingeladen.

Die vier Saxophonisten Ive Kanew, Burkhard Haehne, Jörg Kandl und Dittmar Trebeljahr haben sich vor zirka 10 Jahren zusammengefunden und bieten ein Programm, das sich von dem ihrer Arbeitgeber, Philharmonie, Staatsoperette und Theater der jungen Generation deutlich unterscheidet. Das Saxophon, eher ein Instrument des Jazz und der modernen Unterhaltungsmusik, hat sich an diesem Nachmittag elegant und souverän in dem traditionellen Kirchenraum, einem für dieses Instrument ungewöhnlichen Ambiente, präsentiert. Wie geht das? Gibt es doch für diese Instrumentengattung kaum klassische Kompositionen.

Mit geschickten Arrangements wussten die Künstler die Brücke zu schlagen. Mit zwei Stücken aus "Children's corner" von Claude Debussy, im Original für Klavier, bewiesen sie ein Gespür für sensibles Zusammenspiel. Durch aufmerksames aufeinander hören war die Balance der Stimmen ausgeglichen. Auch die kräftigen Stellen klangen trotz der hellen Akustik nie zu schrill. . Variationen über Duke Ellington's "Don't get around much any more" verbanden Klassische Gattungen mit emotionaler Jazzmelodik. "Choral" und "Fuge" zeigten sich im modern look und umrahmten den "Transsilvanischen Tanz" und die Variation "Langsam und traurig".

Und das Publikum? 130 Gäste sind zur sonntäglichen Kaffeezeit in die Schlosskirche gekommen. Die aufmerksame und doch heitere Stimmung ist unter anderem auch der Moderation des Musikers Ive Kanew zu verdanken. Bisweilen konnten sich einige Zuhörer ein rhythmisches Fingerschnipsen nicht verkneifen.

Die Veranstaltung bot außerdem Gelegenheit die farbenfrohen Aquarelle der Malerin Sabine Quellmalz aus Weinböhla zu betrachten. Zusammen mit dem noch nicht fertigen Innenraum und dem improvisatorischen Charakter der Musik wurde der Besuch zu einem sinnlichen Erlebnis. Die Konzertreihe 2003 hat einen Abschuss bekommen, der auf weitere Veranstaltungen im nächsten Jahr neugierig macht.

Martin H. Rembeck, Hannover

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24. Dezember

Heilig Abend Andacht

 

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Die Nacht ist fortgeschritten. Sie ist dunkel, kalt und still – und auch ein bisschen heiliger, als sonst. Heilig Abend – das ist die Nacht der Menschwerdung Gottes. Die Herzen der Menschen sind erhoben, beglückt vom Weihnachtsritual, erleuchtet von der Klarheit des geborenen Gottessohn. In dieser weihnachtlichen Stimmung versammelten sich zahlreiche Menschen – zu dunkler, kalter Stunde – in der Stille der Nacht. Kerzen leuchten allen Augen aus dem Altarraum entgegen. Der Weihnachtsgottesdienst, das Lichteln und Beschenken ist vorüber, die Spannung fällt ab. Der Kirchenraum füllt sich immer mehr – bis die Sitzplätze nicht mehr reichen.

Dann beginnt das Besinnen auf Christi Geburt – noch einmal neu. Hier, wo nichts mehr bevorsteht, der Tag sich gänzlich geneigt hat, wird in einer besonderen Weise dieses besondere Geschehen der Geburt Jesu wirklich. Lieder und Texte wechseln sich ab. Manche musizieren fabelhaft. In der kalten Kirche scheint es durch alle Worte und Töne – Gott ist den Menschen ganz nah gekommen. Die Andacht nimmt Joseph in den Blick. Er, der nichts sagt und doch alles mitträgt. Eine Randfigur, die so oft übersehen wurde. Hier wird er beachtet und befragt – er ist auch ein Teil von Gottes Plan. Im Traum sagt Gott ihm den Weg und Joseph folgt ihm. So führt ihn ein anderer Weg aus Ägypten zurück nach Nazareth – einen anderen Weg nehmen auch wir, wenn wir mit Gott gehen. Vielleicht ist es ein holpriger, verschlungener Weg, aber wir gehen ihn nicht allein. Gott ist Menschgeworden und hat sich leibhaftig an unsere Seite gestellt. Das ist Christi Geburt und lauter Grund zur Freude – wie im Abschlusslied „Oh du fröhliche“. Manche blieben am Ende noch, erzählten und tranken Glühwein. Nach und nach gehen alle wieder ihren Weg – zurück nach Hause. Es ist der gleiche Weg und doch ein bisschen anders. In der Jahnishausener Kirche – in diesem einfachen Kirchenraum wurde die Heilige Nacht noch einmal lebendig.

Annegret Mildner